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Aktuell 2010

Kuhgesichterstiergesichter Malerei · Zeichnung    

1993 + 1998 + 2001 - 2010


Einladungskarte Impulse 09 Osnabrück


 

ANMERKUNGEN zur BILDERSERIE


Arbeit am Thema Rindergesichter seit 1993.

1993 entstanden: ein Triptychon (Farbstudien, Acryl a. Karton, 50 x 50 cm je).

1998 entstanden: drei kleinformatige Entwürfe (Öl und Acryl a. Lwd., 45 x 30 cm), die sich auch als Auseinandersetzung mit den damaligen BSE-Skandalen verstehen lassen. Ab 2001 der eigentliche Zugriff auf das Thema; zeitgleich Diskussion über die Verankerung des Tierschutzgedankens im Grundgesetz.

-> siehe Ausstellungen

 

Es geht mir durchaus um die Diskrepanz zwischen dem wirtschaftlichen Faktor Rind und der Würde dieser Tiere als Individuen der Schöpfung. Denn in der Regel werden Rinder als Massenprodukt gezüchtet, und beurteilt nach Verwertbarkeitskriterien, die uns allen hinlänglich bekannt sind. Mein gestalterisches Interesse gilt der faszinierenden individuellen Ausdruckskraft von Köpfen und Gesichtern der verschiedenen Rinderrassen.

 

Ich habe in 2001 erstmals in kleinformatigen stilisierten Zeichnungen das herausgearbeitet, was ich als die "Architektur eines Rindergesichtes" bezeichne. Und zwar durch Rückführung der vielfältigen Konturen der einzelnen Gesichter auf eine durch horizontale und vertikale Linien akzentuierte Abbildung. Die geometrischen Flächen und rechten Winkel, die dabei entstehen, symbolisieren die Statik des Knochengerüstes und den Ausdruckscharakter des Tiergesichtes. Unterschiedliche geometrische Aufteilungen führen so zu einer Deutung individueller Gesichts- und Kopfmerkmale des Kuh- oder Stierindividuums, das mir "Modell gestanden" hat. Ich möchte das pauschale Signal "Kuh" mit den damit verbundenen Assoziationen zerstören und durch das Signal "Individuum" ersetzen. Die Zeichnungen, zunächst rein graphische Analysen, erscheinen als wiederkehrendes Stilmerkmal in allen Bildern - auf Papier auf Holz auf Nessel - als Konstante. Die farbige Ausprägung des zeichnerisch vorgegebenen Rasters stellt die zweite Ebene der Interpretation dar, die dem architektonischen Liniengerüst Fülle verleiht. Mich interessiert auch immer das Gegensatzpaar Natur - Architektur. Es sind die rechten Winkel - sie kommen in der Natur nur zufällig vor - die für Architektur und auch für Bändigung stehen.

 

Seit 2009 tragen fast alle gemalten Gesichter (die großen Formate) knallgelbe Ohrmarken (Objekte), versehen mit einem Nummerncode in schwarz. Intendiert ist die Entstellung der gemalten Gesichter bzw. des gesamten Bildes in der Weise, wie in der Realität das Kuh- oder Stiergesicht im frühen Kalbesalter durch gelbe Ohrmarken routinemäßig entstellt wird.
 

Aus der aktuellen Serie:




Scott-Stiergesicht

SCOTT - Stiergesicht 1-2009
45 x 28 cm Acryl a. Nsl.